ARCHITEKTUR

Die „Dreiländergalerie“ besteht aus zwei Gebäuden die in den Obergeschossen miteinander verbunden sind – dem Eingangsturm auf dem Areal der neuen Wendeschleife der S 8 und dem Einkaufszentrum am Europaplatz. Der Eingangsturm ist unmittelbar zur Innenstadt hin orientiert und über den neu gestalteten öffentlichen Platz vor dem denkmalgeschützten „Alten Badischen Zollhaus“ angebunden.

Ein zweiter Eingang befindet sich an der Müllheimer Straße gegenüber von dem Kaufring / Hotel bzw. nördlich vom historischen Rebhuus, ein dritter an der B3 direkt gegenüber des Bahnhofs.

Die Wendeschleife der Tramstation S 8 wird integraler Bestandteil der Planung, vom neuen S-Bahnhof kommend gibt es zwei direkte Zugänge zur Stadtgalerie – über den Eingangsturm direkt in das 1. Obergeschoss und von dem Eingang am historischen Rebhuus in das Erdgeschoss.

Eine Besonderheit des Standortes ist der Höhenunterschied von ca. 10,00 m zwischen der Müllheimer Straße im Osten und der Hauptverkehrsachse B3 im Westen. Unter Ausnutzung der vorhandenen Geländetopographie werden die Anlieferhöfe und Garagengeschosse in den Hang gebaut und verkehrsgünstig von der B3 erschlossen, so dass die Müllheimer Straße nicht mit zusätzlichen Verkehren belastet wird.

Über den 3 Parkgeschossen mit insgesamt ca. 548 Pkw – Stellplätzen befinden sich 3 Handelsebenen plus eine Dachebene mit partiellen Handelsnutzungen aus dem 1. Obergeschoss und einem Kindergarten mit landschaftlich gestalteten Freiflächen.

 

Lageplan
Querschnitt
Erdgeschoss
1. Obergeschoss
 
2. Obergeschoss
1. Untergeschoss
Untergeschoss
Dreiländergalerie

Innenraumgestaltung

Die Entwicklung des Gestaltungskonzeptes für den Innenraum der „Dreiländergalerie“ wird durch architektonische und atmosphärische Gestaltungsaspekte bestimmt. Die Galerie übernimmt dabei kommunikative und unterhaltende Funktion, es sollen Räume mit einer hohen Aufenthaltsqualität entstehen. Konkret bedeutet dies:

• die Entwicklung qualitativ hochwertiger Ruhe und Verweilzonen mit Wohnzimmer – oder Lounge - Atmosphäre ohne Verzehrzwang

• Verwendung warmer Farben, Materialien und Leuchtmittel die dazu beitragen aus dem „einkaufen gehen“ eine entspannende Tätigkeit zu machen

• Separate Baby – Wickelräume die entsprechend kindgerecht gestaltet sind

• Ein durchgängiges, leicht verständliches Kundenleitsystem über alle Garagen – und Handelsebenen Die fließende Grundform der Ladenstraße greift die Formensprache der Außenfassade auf und setzt diese im Gebäudeinneren fort.

Die fließende Grundform der Ladenstraße greift die Formensprache der Außenfassade auf und setzt diese im Gebäudeinneren fort.

Funktionskonzept

Mit der angestrebten städtebaulichen Neuordnung des Europaplatzes bietet sich die einmalige Chance, die vorhandenen Handelsstrukturen von Weil am Rhein zu ergänzen, um so die Position der Innenstadt im stetig zunehmenden Wettbewerb der Kommunen zu stärken.

In der „Drei Länder Galerie“ werden ca. 63 Ladenlokale angesiedelt, die sich über 3 Handelsebenen verteilen, 2 Ladeneinheiten erhalten zusätzliche Flächen im 2. Obergeschoss die intern vom 1. Obergeschoss erschlossen werden.

Die 3-geschossige Ladenstraße verläuft parallel zur B3 in Nord – Süd Richtung, Rolltreppen im Norden und Süden sowie 3 große Kundenaufzüge und eine öffentliche Treppe in der Mitte der Ladenstraße gewährleisten eine gute Anbindung aller Handelsgeschosse. Weitläufige, lichtdurchflutete Forumsbereiche mit öffentlichen Sitzbereichen, Aktionsflächen und gro.zügigen Lufträumen schaffen eine hohe Aufenthalts – und Verweilqualität, ein mehr als 500 qm großes Glasdach sorgt für ausreichenden Tageslichteinfall.

Die Führung der Ladenstraße und Anordnung der Lufträume ermöglicht gute Sichtbeziehungen und ermöglicht den Kunden eine einfache Orientierung. Sie bietet darüber hinaus ein hohes Maß an Flexibilität, da durch die Zusammenlegung oder Trennung von Ladenlokalen so gut wie jedem Mieterwunsch entsprochen werden kann – von der kleinen Boutique auf knapp 30 qm bis zur Großfläche mit mehr als 2.000 qm.

Eine möglichst gleichmäßige Frequentierung aller Handelsebenen wird über verschiedene Maßnahmen sichergestellt:

den differenzierten Branchenmix auf den unterschiedlichen Handelsgeschossen

• die Positionierung der Ankermieter auf den jeweiligen Handelsebenen

• die Zuordnung der Ein – und Ausgänge und die Anbindung an die Garagengeschosse

• die gezielte Anordnung von attraktiven Gastronomieangeboten mit Außenbezug z.B. im 1. Obergeschoss

Die unterste Handelsebene ist über Kundenaufzüge und Treppenanlagen direkt an die Garagengeschosse angebunden. Das Erdgeschoss wird über den neu gestalteten Außenbereich um das historische Rebhuus erschlossen, das 1. Obergeschoss ist über Rolltreppen und einen Aufzug direkt von dem Eingangsturm auf der Wendeschleife zu erreichen. Im 1. Obergeschoss gibt es ein breit gefächertes Gastronomieangebot mit einer mehr als 150 qm großen, nach Westen orientierten Außenterrasse mit Blick über das Dreiländereck.

Der Kindergarten hat einen separaten Eingang der unabhängig von den Öffnungszeiten der Galerie zugängig ist.

Fassadengestaltung

Zur Identitätsbildung der neuen „Drei Länder Galerie“ werden die beiden Gebäude – Eingangsturm und Einkaufszentrum – in ihrer Fassadenausbildung als zusammengehörig gesehen. Die äußere Erscheinung der „Dreiländergalerie“ wird durch seine innere Raumstruktur geprägt, das Gebäude entwickelt unabhängig von den vorhandenen Geschossigkeiten eine eigene Maßstäblichkeit: die fließenden Formen der Hülle entwickeln eine eigene Plastizität die sich ins Innere fortsetzt. Die strenge, nach innen orientierte Kubatur des Primärvolumens wird zu einer fein modellierten Gebäudeplastik die individuell auf die unterschiedlichen stadträumlichen Gegebenheiten reagieren kann.

An den drei Eingängen (Turm/Wendeschleife, Rebhuus, Bahnhof), an der Friedensbrücke und dem Verlauf der Müllheimer Straße folgend sind großflächige, zum Teil gescho.übergreifende Fenster vorgesehen. Dieses hohe Maß an Transparenz lässt Ein – und Ausblicke zu und unterstreicht den gewünschten, hohen Anspruch der Kommunikation zwischen Innen und Außen / Stadtgalerie und Stadtraum – sowohl tagsüber als auch in den Abendstunden. Die Fassade selbst besteht aus einer vorgehängten, hinterlüfteten Metallfassade mit unterschiedlichen Lochungsanteilen um im Bedarfsfall den notwendigen Tageslichteinfall in die dahinter liegenden Räume zu gewährleisten.

Die Fassade ist in ihrer Plastizität so angelegt, dass sie das große Gebäudevolumen mehrfach bricht und somit je nach Standort differenziert lesbar macht. Durch unterschiedliche Reflexionen entsteht ein ständig wechselndes Lichtspiel das sich nachts durch die innere Beleuchtung fortsetzt.

 

Seitenansicht Süd und Ost
Seitenansicht Nord und West