Gemeinderat verweigert Dreiländergalerie die Freigabe

  • 9. März 2017

Die Bauanträge für das Einkaufscenter Dreiländergalerie an der Hangkante sind bereits überarbeitet worden – und müssen nun erneut in Revision. Der Gemeinderat hat ihnen keine Freigabe erteilt.

Dämpfer für die Bauherren der Dreiländergalerie: Am Dienstag verweigerte der Gemeinderat den überarbeiteten Plänen die Freigabe, weil zu viele Fragen offengeblieben waren. Die vom Investor CEMAGG mit dem Bau beauftragte Apleona GVA GmbH hat nun bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 16. Mai Gelegenheit, die Pläne zu ergänzen und zu präzisieren. Dann soll erneut über die Freigabe beraten werden.

Die Bewertungskommission des Gemeinderates hatte sich schon im Dezember mit den überarbeiteten Plänen beschäftigt und damals zahlreiche offene Fragen zusammengetragen, die der CEMAGG zur Beantwortung übergeben wurden. So war damals kritisiert worden, dass die Außenhülle des Centers nicht mehr so luftig und leicht wirke wie im ursprünglichen Entwurf. Auch dass ein Eingang zum Center im nördlichen Bereich ersatzlos gestrichen worden war, fand wenig Gefallen.

Am Dienstag im Gemeinderat erhofften sich die Stadträte nun Antworten auf die offenen Fragen. Doch die fielen nicht zu ihrer Zufriedenheit aus, obwohl Architektin Yvonne von Salm zahlreiche Veränderungen präsentierte, mit denen sich das Center wieder dem ersten Entwurf annähert. So ist die Fassade nun offener und bietet mehr Flächen für Schaufenster, im Solitärbau in der Tramschlaufe ist ein Fahrradhotel vorgesehen, in dem auch Räder mit Anhänger aufgenommen werden. Insgesamt gibt es 450 Fahrradstellplätze. Den Eingang ins Center bildet nach wie vor eine 20 Meter breite und 15 Meter hohe verglaste „Kathedralwand“. Barrierefrei erreicht man diesen Eingang von der Friedensbrücke oder von der Müllheimer Straße. Zwischen Rebhus und Solitärbau ist dagegen ein großer Platz zum Schlaufenkreisel hin vorgesehen. Den Geländeunterschied überwindet man über eine 2,6 Meter hohe Treppe, die zum Centereingang hinaufführt.

Die Dachbegrünung wurde von 3900 auf 5200 Quadratmeter vergrößert. Wege und Plätze erhalten eine in den Boden eingearbeitete LED-Beleuchtung. Der Eingang zur Kita an der Müllheimer Straße wird nun auch genutzt, um eine direkte Verbindung zur Mall des Centers herzustellen und so also auch einen Zugang von Nordosten zu haben, der zudem als 24-Stunden-Zugang zur Tiefgarage dient.

In der Fragerunde zeigte sich dann aber trotz dieser Anpassungen recht bald, dass die Stadträte keineswegs zufrieden waren. Gustav Walliser und Simon Basler bemängelten das Fehlen eines barrierefreien Zugangs zwischen Rebhus und Solitär ebenso, Andreas Rühle störte sich an den zu kleinen Zugängen in den Solitärbau als Tor zur Innenstadt. Thomas Harms hielt die Rampe vom Center zur Tramhaltestelle ebenso wie den Durchgang zwischen Rebhus und Center zur Müllheimer Straße hin für zu schmal, Thomas Bayer vermisste Bilder der Eingangssituation sowie Detailansichten und Elke Gründler fragte vergeblich nach dem zugesagten 3D-Modell des Centers.

Keine Aussagen gab es von den Bauherren auch dazu, wer Betreiber der Kita und des Parkhauses wird. Und so waren auch keine näheren Angaben dazu möglich, zu welchen Konditionen die Kinder aufgenommen werden und welche Angebote es in der Tiefgarage geben wird. Vor allem vermisste man Angaben darüber, zu welchen Konditionen, wie zugesagt, Ersatz für die bisher rund 100 Parkplätze auf der Hangkante angeboten wird.

Je länger die Fragerunde dauerte, desto größer wurde die Unzufriedenheit. Elke Gründler stellte „zu viele Konjunktive“ fest, Axel Schiffmann kündigte an, nicht zuzustimmen, Jürgen Valley fand die Präsentation „so überaus unbefriedigend“ und Simon Basler sagte an die Adresse der Bauherren: „Für eine Entscheidung muss alles klipp und klar sein, weil wir uns gegenüber den Bürgern rechtfertigen müssen.“ Johannes Foege sah sich „je länger, desto weniger in der Lage zu entscheiden“ und auch OB Dietz riet den Stadträten: „Es dürfen heute keine Fragen offenbleiben.“

Projektleiterin Barbara Linnemann reagierte erkennbar enttäuscht und versuchte, die Stadträte zu einem positiven Votum mit dem Hinweis zu bewegen, dass der Investor ein neues Signal sehen wolle, dass die Stadt noch hinter dem Projekt stehe. Doch OB Dietz machte deutlich, dass es um Präzision und Klarheit vor allem zu den städtebaulich wichtigen Themen wie Fassade, Freiraumgestaltung oder Anbindung gehe. Das könne man bis zur Mai-Sitzung des Gemeinderats nachreichen, eventuell sogar schon zur vorangehenden Bauausschusssitzung. „Von unserer Seite gibt es keinen Zeitdruck.“ In den Grundfesten sei dadurch nichts erschüttert.

Auf eine Abstimmung verzichtete man danach, da klar erkennbar war, dass es eine Freigabe der Pläne an diesem Abend nicht geben würde.