Riesenaufwand und zahlreiche Gutachten

50 Umzugskartons, vollgepackt mit Ordnern: Dahinter verbirgt sich der Bauantrag für das bevorstehende größte Einzelprojekt in Weil am Rhein, die Dreiländergalerie. Erster Bürgermeister Christoph Huber spricht von einem „Irrsinnsaufwand“, der betrieben werden muss, bis die Baugenehmigung erteilt werden kann.

Architektin Yvonne von Salm hatte im Auftrag von Investor CEMAGG am 18. August vergangenen Jahres die Antrags- und Planunterlagen für das das mehr als 70 Millionen Euro teure Projekt eingereicht. Seither brüten Mitarbeiter der städtischen Baurechtsabteilung über den umfangreichen Detailplänen und dazugehörenden Unterlagen. Bis wann der Investor mit einer Baugenehmigung rechnen kann, vermag Erster Bürgermeister Huber im Gespräch mit unserer Zeitung nicht zu sagen oder besser gesagt, auf einen genauen Termin will er sich bei der Komplexität des Vorhabens nicht festlegen lassen. Er sagt nur: „So schnell als möglich. Wir sind auf der Zielgeraden.“ Im ersten Halbjahr 2018 dürfte jedoch das grüne Licht zu erwarten sein.

Was hinter der Genehmigung eine solchen Großprojekts mit einer Länge von 170 Meter, sieben Etagen und einer Tiefgarage mit 550 Plätzen steckt, verdeutlicht Erster Bürgermeister Huber. Verschiedene Gutachten sind für das Genehmigungsverfahren notwendig – angefangen von einem Klima- und Geruchsemmissionsgutachten bis hin zu einem Schallschutzgutachten in zwölffacher Ausfertigung, weil zahlreiche Behörden damit beschäftigt sind.

Überhaupt handelt es sich beim geplanten Bau des Einkaufscenters mit einer Verkaufsfläche von 16. 500 Quadratmetern um ein bautechnisch kompliziertes Vorhaben. Denn es muss an der Hangkante eine Baugrube von mehr als 20 Meter Tiefe ausgehoben werden, was zur Sicherung den Bau von Stützwänden (Berliner Verbau) notwendig macht. Und zur B 3 hin bedarf es einer Rückverankerung, wobei darauf geachtet werden muss, dass man nicht dem „Dreizack“ ins Gehege kommt. Zudem ist für jeden Anker eine Genehmigung erforderlich. Auch Wasserleitung und Abwasserkanal im Bereich der B 3 sowie ein 20-kV- Stromkabel müssen verlegt werden, was ebenso mit hohem Aufwand verbunden ist – bautechnisch und im Rahmen des Genehmigungsverfahrens.

Konzept für die Baustelleneinrichtung

Anlieger der Müllheimer Straße müssen außerdem zustimmen, dass die Erdarbeiten, die unter der Straße hindurch erfolgen und beispielsweise bis zum Keller des Restaurants „Ott’s “ reichen, auf ihren Grundstücken ausgeführt werden. Dabei muss auch berücksichtigt werden, dass verschiedene Leitungen im Boden liegen. Apropos Müllheimer Straße: Da dort die Parkplätze wegfallen, wird es Veränderungen geben. Deshalb muss die Stadt mit dem Investor einen Erschließungsvertrag abschließen, wer zum Beispiel die Änderungen plant und finanziert.

Umfangreich wird bei einem solchen Großprojekt auch das Brandschutzgutachten ausfallen, alles muss bis ins kleinste Detail geregelt werden.

Was ein Bauherr bei Großprojekten „im schwierigen Umfeld“ seit ein paar Jahren vorlegen muss, ist laut Huber ein Baustelleneinrichtungskonzept. Dabei wird der Bauherr nachweisen, wie der Ablauf der Baustelle bis ins kleinste Detail geregelt wird. Wie wird beispielsweise der Aushub abtransportiert, wohin kommt er, wo stehen die Betonmischer, gibt es eine Wartezone für sie und, und… „Dafür gibt es spezialisierte Firmen, die das alles regeln und organisieren“, sagt Huber. In jedem Fall steht dahinter ein ausgeklügeltes Konzept und dies ist Voraussetzung für die Genehmigung, der dann die Baufreigabe folgt. Erst wenn der Rote Punkt erteilt ist, kann der Bauherr loslegen.

Quelle: Weiler Zeitung